Oh wie schön ist Kanada! 
Kanada für Anfänger: Lektion 2 - Einkaufen | 15. April 2009
Lebensmittel:

Lebensmittel sind generell teurer als in Deutschland. Außer man fährt an den Stadtrand zum Canadian Superstore, dort gibt es alles billig. Aber nur, wenn man ein Auto hat...
Generell ist es so, dass man günstig einkaufen kann wenn man entweder eine 5-köpfige Familie ist oder für die gesamte Nachbarschaft mit einkauft. Geringere Mengen gibt es entweder erst gar nicht, oder sie sind in Relations um einiges teurer. Obst und Gemüse sind annehmbar. Man muss halt immer nach Sonderangeboten Ausschau halten.

Einkäufe werden generell in Plastiktüten eingepackt. Und manchmal sogar nur 2 Milchtüten in eine Tüte und schon wird eine neue genommen. Man muss ausdrücklich vorher sagen, dass man keine Tüte haben möchte, ansonsten stapeln sie sich bei einem Zuhause. Außerdem werden manchmal sogar gefüllte Tüten in eine weitere große gesteckt, damit man auch ja seine 8 Tüten nach Hause tragen kann... Hä?

Die Kassierer hier in den Supermärkten wären bei Aldi oder Lidl keine 2 Wochen angestellt. Während eine Kassiererin hier noch gemütlich die dritte Paprika in eine weiße Plastiktüte packt, hätte eine Aldi-Kassiererin schon das Wechselgeld parat. Dafür hat der Supermarkt auch 8 Kassen, wo ein Lidl mit 3 auskommt. So kann man auch Arbeitsplätze schaffen.

Süßigkeiten kann man sich hier fast aus dem Gedächtnis streichen. Es gibt ein paar wenige Süßigkeiten die genießbar sind. Wenn man die richtigen Kekse erwischt können die sehr gut schmecken und selbstverständlich gibt es hier auch M&Ms usw. Das Hauptmanko ist Schokolade und Gummibärchen. Das, was es hier so an Ähnlichem gibt, "beppt einem das Fidla zam" und schmeckt auch nicht wirklich gut. Die Schokolade ist generell nicht aus Kanada, sondern aus der Schweiz oder aus Deutschland und sauteuer. Ein kleiner goldener Lindtosterhase für 6$ ist es irgendwie nicht wert. Selbst die supermarkteigene Safeway-Schokolade ist ein "product from switzerland". Da fahr ich lieber wieder mit dem Heiko zur Schokoladenfabrik kurz hinter der Grenze.



Sonstiges:

Fangen wir mal mit ganz einfachen Dingen an: zweilagiges Klopapier. Gibt es nicht. Oder kaum - und wenn dann ist es unglaublich teuer. 24 locker gewickelte einlagige Rollen für 8 Dollar?(Ohne Tax!)Tatsache. Erst dacht ich auch, die wollen mich auf den Arm nehmen, und ich hab vergeblich nach etwas Günstigerem gesucht. Also heißt es ab jetzt nur jedes zweite Mal Popo abwischen?!? Hygieneartikel sind insgesamt sehr teuer. o.b. 40 Stück 8,50$. Ach ja, und nachdem es hier sowieso alles nur in XXL gibt, gibt es Tampons auch leider nicht in meinem bevorzugten Mini-Format. Gut, das kann man noch gut verkraften. Aber das geliebte Sprühdeo ist einfach nicht vorhanden! Man erwartet nicht, dass es genau das selbe Deo hier gibt, aber dass das einzige Sprühdeo im umfangreichen Regal AXE for men ist, ist einfach nicht zu fassen! Auch Cremes usw. sind nicht mit unseren zu vergleichen. Haarshampoo gibts ab 400 ml (in Deutschland sind es gerade mal 250ml) bis zu 1,5 Liter. Soviel zur Körperpflege.

Wie bereits geschrieben ist Kleidung hier oft günstiger. Und Elektronikartikel und CDs. CDs kosten hier in Dollar, was man in Deutschland in Euro zahlt. Mein Coldplay Album hab ich hier für 14$ bekommen, also eher ein Schnäppchen. Was hier auch gut ist, es gibt immer wieder Läden, in denen Designer- und Markenwaren für die Hälfte verkauft werden. Überproduktion, B-Ware oder was auch immer von Billabong, Dolce oder Hurley. Da wird man richtig motiviert zu shoppen, wenn dran steht, dass die Hose mal 90$ gekostet hat und jetzt nur noch 45$ kostet...
Bei den Schuhen gibt es deutlich mehr Highheels als bei uns. Das liegt allerdings vielleicht auch an der Großstadt, in der eben doch hohe Schuhe noch mehr präsent sind.
Sportklamotten sind hier auch sehr populär. Es gibt viele Läden, in denen man spezielle Sportkleidung kaufen kann. Zu Preisen, die sogar recht annehmbar sind. Getragen wird die Kleidung wahrscheinlich am meisten von Joggern, denn die gibt es hier zu Hauf! (Kein Wunder, schließlich fährt keiner Rad.)


Kanada für Anfänger: Lektion 1 - Die Kanadier | 14. April 2009
Der Kanadier generell:
Nun gut, die Kanadier sind im Großen und Ganzen eine Mischung aus Europäern und Ammis. (Hier meine ich mit Ammis und Amerika immer die USA. Ansonsten schreibe ich Nord Amerika. Denn schließlich ist der gesamte Kontinent Amerika...)
Die Kanadier kleiden sich eigentlich wie die Europäer, da fällt man als Deutsche überhaupt nicht auf. Mich hat in der ersten Woche schon eine Vancouveranerin nach der Buslinie zum Flughafen gefragt. Ich sah wohl recht einheimisch aus ;-)
Ansonsten sind die Leute hier alle sehr freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Man braucht sich nur mit einem Stadtplan etwas hilflos anstellen, schon kommt ein netter Einwohner und fragt, wohin man denn möchte. Manchmal wird man sogar ein Stück begleitet, damit man sein Ziel auch wirklich erreicht. Für Deutsche etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man als Mädel unterwegs ist und vielleicht nicht von einem 55-Jährigen einfach so angesprochen werden will... Aber hier kommt auch die amerikanische Lockerheit zum Vorschein. Ich muss bei mir in der Arbeit nicht Punkt 9 auf der Matte stehen. Solang ich irgendwann bsi 10 eintrudel ist das in Ordnung. Mal davon ausgegangen, dass nicht gerade eine besonders stressige Woche herrscht.

In Vancouver ist keiner so dumm mit dem Rad zu fahren. Außer meine Kollegen und ich. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Wohnungen meiner Kollegen etwa 10 Radminuten entfernt sind, mein Zuhause eine halbe bis dreiviertel Stunde. Und, dass es bei mir hauptsächlich bergauf geht. Das ist auch der Grund, warum die einzigen Radfahrer auf meinem Weg nach Hause durchtrainierte Halbprofis im Radleroutfit sind, die locker an mir vorbei ziehen... Nicht gerade motivationsfördernd.

Kanadier frieren nicht. Oder sie sind generell temperaturunempfindlich. Das war einmal sehr schön zu sehen: An einem Tag hatte es in etwa 6 Grad, also es war kalt. Nichtsdestotrotz sieht man sowohl Einwohner mit Stiefeln und Winterjacke als auch viele Kanadier mit FlipFlops, Shorts und leichtem Pullover herum laufen. Einen Tag später hattes es mindestens 15 Grad und es war haargenau das selbe Bild! Winterjacken und FlipFlops. Hab ich auch nicht verstanden.